fressen Lucille, Pebbels und Uschi im Fotostudio Ulrike Schanz.

Ist das Meerschweinchen einmal ausgesucht und hat den Transport gut überstanden, wird es am besten in den ersten Tagen in seinem Käfig in Ruhe gelassen, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Anfangs sind die Tiere eher scheu und zurückhaltend, doch mit viel Zuwendung und Geduld werden sie im Laufe der Zeit zutraulicher.

Vergesellschaftungen

Soll der Neuankömmling mit Meerschweinchen vergesellschaftet werden, die bereits in Ihrem Besitz sind, so gibt es hier ein paar hilfreiche Tipps, wie Sie anfängliche Konflikte unter den Tieren vermeiden oder minimieren können:

Meerschweinchen orientieren sich haupsächlich mit ihrem Geruchsinn. Außerdem haben sie ein ausgeprägtes Revierverhalten. Wird ein neues Tier in eine geschlossene Gruppe integriert, muss eine neue Ranordnung festgelegt werden. Dies wird mehr oder weniger intensiv ausgetragen, da es von der Dominanz der einzelnen Tiere abhängt. Sie können die anfänglichen Spannungen etwas minimieren, in dem Sie den Geruch der Tiere und ihrer Behausung neutralisieren.

- Käfig und Einrichtungsgegenstände vor der Zusammenführung der Tiere gründlich reinigen
- Alle Tiere mit einem Babytuch (nicht ölhaltige Feuchttücher, erhältlich in jedem Drogeriemarkt) abreiben
- Zusätzlich Frischfutter zur Ablenkung bei der Zusammenführung der Tiere anbieten

Die Behausung riecht nun für alle Tiere neu und durch die Feuchttücher die Meerscheinchen alle gleich. Das Frischfutter lenkt die Tiere nicht nur ab, sie entspannen sich auch beim gemeinsamen Fressen und können sich so in einer friedlicheren Atmosphäre kennenlernen.

Zu Vergesellschaftungen von Böckchen können Sie => hier noch weitere wichtige Informationen nachlesen.

Geduld bei der Eingewöhnung

Haben Sie zwei oder mehrere Jungtiere erworben, dauert die Eingewöhnung der Tiere erfahrungsgemäß etwas länger. Ihnen fehlt der Schutz der Mutter und der Gruppe, da sich die Kleinen bisher an dem Verhalten der Alttiere orientiert haben und nun ganz auf sich allein gestellt sind. Sie sind sehr unsicher und verhalten sich daher eher schreckhaft und scheu.
Erst mit zunehmenden Alter werden Meerschweinchen grundsätzlich ruhiger und auch gemütlicher.
Wichtig ist, dass Sie viel Geduld im Umgang mit jungen Meerschweinchen aufbringen.
Beschäftigen sie sich regelmäßig mit den Tieren, in dem Sie sie aus dem Käfig zu sich auf den Arm nehmen und mit ihnen reden. So gewöhnen sie sich an Ihren Geruch und Ihre Stimme. Achten Sie darauf, dass es anfangs in Ihrer Umgebung ruhig zugeht, sonst wird die Situation für die Tiere zu stressig. Füttern Sie die Kleinen mit besonderen Leckereien wie Möhre, Gurke, Paprika oder Salat. So verknüpft das Tier mit Ihrem Kommen etwas Positives und wird Sie im Laufe der Zeit sogar mit einem freudigen Quieken begrüßen.

Pflege

Damit sich Ihre Meerschweinchen bei Ihnen auch so richtig wohl fühlen können, sollten Sie über die Grundbedürfnisse dieses kleinen Nagers bescheid wissen.

Stallhygiene:

- Der Meerschweinchenstall sollte in der Regel jede Woche einmal gereinigt werden (abhängig von der Käfiggröße und der Anzahl der gehaltenen Tiere). Grundsätzlich sollte gemistet werden, bevor unangenehme Gerüche entstehen.

- Nahrungsreste von Frischfutter sollten täglich entfernt werden, damit sich keine fauligen Gerüche oder Pilze einnisten können.

- Futterschüsseln und Trinkflaschen min. einmal wöchentlich gründlich mit heißem Wasser und einer Flaschenbürste reinigen, bei starken Verschmutzungen natürlich auch öfters.

 
 
Fellpflege

- Die richtige Fellpflege ist natürlich ebenso wichtig. Die Materialien hängen hier von der Felllänge und Struktur ab.

Kurzhaartiere genießen durchaus auch einmal eine Massage mit einem Noppenhandschuh. (s. Bild)

Falls Sie sich für ein Langhaarmeerschweinchen entschieden haben, so sollten Sie das Tier täglich sorgfältig kämmen, damit das weiche Haar nicht verknotet oder gar verfilzt.
-Bei langhaarigen Lockentieren täglich Verschmutzungen vorsichtig aus den Haaren entfernen und Verfilzungen möglichst gleich mit den Fingern vorsichtig auseinanderziehen. Diese Tiere nicht kämmen oder bürsten, die Locken werden sonst zerkämmt und das Haar wird strohig.

-Es wird empfohlen, die Haarlänge der Tiere auf "bodenlang" zu kürzen, so wird die Fellpflege einfacher und die Tiere zeigen ein gepflegtes Erscheinungsbild.

- Den Afterbereich bei Langhaartieren min. 1 mal wöchentlich mit lauwarmen Wasser und einem milden Tiershampoo abwaschen und gut abtrocknen, gegebenenfalls vorsichtig trocken föhnen, und die Haare dort kurz halten. (besonders in der warmen Jahreszeit ist ein Fliegen- und Madenbefall sonst nicht auszuschließen!)
 
 
Krallenpflege:

- Einmal im Monat sollten die Krallenspitzen der Meerschweinchen kontrolliert und gegebenenfalls gestutzt werden. Nur so können die Krallen kurz gehalten werden, da der durchblutete Ansatz mit der Kralle mitwächst.  
 
Zahnpflege:

- Die Zahnpflege regelt sich bei einem gesunden Tier ohne Zahnfehlstellungen eigentlich von selbst, wenn dem Tier immer genügend Heu zur Verfügung steht. Äste von Haselbüschen, Brombeeren oder Himbeersträuchern werden ebenfalls gerne gefressen.
Brot oder andere Bäckereierzeugnisse sollten gar nicht verfüttert werden.

Ausfühliche Informationen zur Ernähnung finden sie =>hier  
 
Beschäftigung:

Jedes Meerschweinchen braucht Beschäftigung. Dies ermöglichen Sie, in dem Sie den Tieren Platz zur Verfügung stellen. Ob ein großer Käfig der regelmäßig umgestaltet wird, Auslauf im Zimmer oder im Sommer ein zusätzliches Außengehege - gönnen Sie Ihren Tieren Abwechslung.  
- Anfängern möchte ich raten, wenn ein Tier Auffälligkeiten im Verhalten, bei der Nahrungsaufnahme oder an der körperlichen Konstitution zeigt, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig einen geeigneten Tierarzt aufzusuchen, um eine Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. Nicht selten leiden Meerschweinchen an Krankheiten, die für ein ungeschultes Auge nicht unbedingt sichtbar sind.