Die Betreuung unserer kranken Tiere...

Pflege

...hat das Tierarzt-Team von Herrn Dr. und Frau Dr. Aigner aus Taufkirchen übernommen.
Ausführliche Beratung und Leistungsbereitschaft rund um die Uhr - für die Tierarztpraxis Aigner ein selbstverständlicher Service.

Ein Grundsatz...

...wie er grundsätzlicher nicht sein kann:

Die richtige Anschaffung, Haltung und Ernährung ist Voraussetzung für ein gesundes Tier. Werden hierbei Fehler gemacht, ist das Tier empfindlicher und kann daher anfälliger für Krankheiten sein.

Was tun bei Krankheit?

Um Krankheiten bei Meerschweinchen vorzubeugen, sollten Sie sich mit den Grundbedürfnissen des kleinen Nagers gut auskennen.
Dauerhafter Stress, eine einseitige Ernährung, Zugluft, zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu wenig Hygiene und Pflege der Tiere - dies sind nur ein paar Beispiele, die bei der Haltung von Meerschweinchen zu Erkankungen der Tiere führen können. Diese Fehler können in Kombination aber auch im Einzelnen zu Krankheiten wie Durchfall, Erkältung, Hautpilzen und Befall von Ektoparasiten und Endoparasiten führen. Werden Krankheiten nicht frühzeitig genug erkannt und/ oder der Tierarztbesuch wegen der Kosten bewusst gemieden, so kann das durchaus den Tod für das Meerscheinchen bedeuten.

Wird Ihr Tier vielleicht doch einmal krank, ist es wichtig, dass Sie die Erkrankung rechtzeitig analysieren.
Hier haben wir die häufigsten Krankheiten im Genaueren aufgeführt.

Durchfall

Ursache: Gespritztes, nasser oder mit Parasiten durch Kot verunreinigter Löwenzahn bzw. Gras und Salat; verdorbenes Futter; Erkältungskrankheiten; Verdauungsprobleme; Zu schnelle Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter => Bakterien; Kokzidien; Endoparasiten (Würmer).
Symtome: Wenn der Kot seine üblich orvale Form verloren hat und das Hinterteil verklebt ist. Der Kot ist flüssig und sehr übelriechend und die Tiere neigen zu Appetitlosigkeit und Apathie.
Behandlungsmethode:
Außer Heu, Wasser und Karotten, dem Meerschweinchen sämtliches Futter entziehen. Es warm halten, z. B. mit einer Wärmelampe. Hier natürlich auf den richtigen Abstand zum Tier achten!
Sollte das Tier innerhalb der nächsten 6-8 Stunden nicht selbstständig fressen, so sollte umgehend mit "päppeln" (zwangsfüttern) nachtgeholfen werden. Das Tier wiegen und den Gewichtsverlust protokollieren. Der Durchfall sollte innerhalb der nächsten 2 - 3 Tage verschwunden sein. Kommt jedoch Fieber hinzu oder wird der Durchfall blutig, muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Es kann sich um eine bakterielle oder parasitäre Erkrankung handeln, die innerhalb von Tagen zum Tod führen kann.

Erkältung

Ursache: Ständiger Luftzug; wenn das Tier bei schlechten, kalten Wetterbedingungen keine warme, trockene Rückzugsmöglichkeit hat (Bsp. Freilaufgehege, Außenstall); intensive Temperaturschwankungen.
Symtome: Glasige, feuchte, verklebte Augen; feuchte tropfende Nase; Atemprobleme; evtl. Durchfall; andauerndes Niesen und röchelnde Atemgeräusche.
Behandlungsmethode: Das Meerschweinchen benötigt tierärztliche Versorgung um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Intensive Vitamin C-Gaben in Form von Frischfutter oder einem fertigen Konzentrat zufüttern.
Für die Zukunft: Käfigstandort wechseln, bzw. den Käfig modifizieren oder erneuern. Ein wärmespeicherndes Häuschen zur Verfügung stellen, den Käfig gut mit Stroh einbetten und evtl. eine Wärmelampe anbringen.
Nicht behandelte Erkältungen können zu einer tödlichen Lungenentzündung führen.

Pilze

Hier handelt es sich um den Hautpilz bei Meerschweinchen.
Diese Pilzsporen halten sich eigentlich überall auf, nur werden gesunde und vitale Tiere davon kaum befallen.
Lediglich Jungtiere, meistens im Alter von 4-6 Wochen sind empfindlicher und neigen häufig zu Hautpilzerkrankungen.
Symtome: Kreisrunde Stellen mit Haarausfall; schuppige, trockene, spröde mit weißlichen Belag behaftete Hautpartien verursachen starken Juckreiz, so dass dicke, blutige Krusten entstehen können.
Ursache: Stress, schlechte Hygiene, hohe Luftfeuchtigkeit, schlechte Ernährung: Wenn die Vitamine fehlen, sind die Abwehrkräfte geschwächt und die Haut wird durch den Mangel an Fettsäuren brüchig, dadurch anfälliger auf Hautkrankheiten. Bissverletzungen -> Sekundärinfektionen in Form von einem Pilz.
Behandlungsmöglichkeiten:
Wenden Sie sich an den Tierarzt. Bei ersten Anzeichen sofort mit der Behandlung beginnen. Salben und Tinkturen gegen Pilzbefall nach Anweisung des Arztes auf die befallenen Hautstellen auftragen. Dies kannn durchaus mehrere Wochen andauern, da Pilzerkrankungen sehr hartnäkig sind.
Vitaminreiche Ernährung; besonders viel Vitamin C. Auf Hygiene und trockene Luft achten.
Ein sehr häufiger Auslöser ist Stress. Zu hektischer und lauter Umgang mit den Tieren sollte in Zukunft vermieden werden.
Bei Nichtbehandlung eines Pilzbefalles magern die Tiere ab und sterben an dem Stress des unerträglichen Juckreizes und Sekundärinfektionen bedingt durch ihren schlechten Gesundheitszustand.

WICHTG:
Hautpilzerkrankungen bei Tieren, auch Hund, Katze oder Pferd, können auch auf Menschen übertragen werden.
Man spricht in diesem Fall von einer Zoonose, da eine Erkrankung von einem Tier auf einen Menschen übergeht.
Sollten Ihre Tiere daran erkranken, sollten Kinder in dieser Zeit die Betreuung der Tiere einstellen.
Übliche Hygienemassnahmen wie Hände waschen, nach dem Kontakt mit den Tieren, können ausreichend sein.
Menschen mit einem geschädigten Immunsystem (z.B. Krebspatienten) sollten dann absolut keinen Kontakt zu erkrankten Tieren pflegen!

Milben

Was sind Milben?
Es gibt Pelz- und Räudemilben. Die Pelzmilben leben im Haarkleid des Tieres und ernähren sich von deren Hautausscheidungen, sie sind nur unter dem Mikroskop sichtbar.
Lediglich die Nissen (Eier) sind als kleine Punkte im Fell sichtbar. Sie kleben buchstäblich am Haar und lassen sich nicht durch mechanische Einwirkung entfernen.
Haupsächlich findet man Nissenester um den Po herum und an den Hinterbeinen. Bei extrem starken Befall auch überall anderswo im Haarkleid.
Die Räudemilben, auch Grabmilben genannt, leben in den oberen Hautschichten, ernähren sich von der Zellflüssigkeit und sind nur mit dem Mikroskop zu erkennen. Milben siedeln sich meist auf der hinteren Rückenpartie und der Außenseite der Oberschenkel, gelegentlich auch auf den Lippen und dem Nasenrücken der Tiere an.
Symtome: Hautläsionen, Schuppen, Haarausfall, das Tier wirkt unruhig und kratzt sich häufig.
Ursache: schlechte Hygiene, falsche Käfigeinrichtung (z. B. bei Plastikhäuschen; hier bildet sich durch die vom Tier abgegebene Wärme Luftfeuchtigkeit, in der sich Milben rascher vermehren); schlechte Ernährung: die Abwehrkräfte sind geschwächt und die Haut wird durch den Mangel an Fettsäuren brüchig, dadurch anfälliger auf Milben. Bei anderen bestehenden Krankheiten, bei dem das Immunsystem geschwächt ist, wird es ebenfalls anfälliger. Milben können mit Einstreu, Stroh und Heu, aber auch mit anderem Futter oder durch andere Tiere eingeschleppt werden.
Behandlungsmethode:
Es gibt Shampoos oder Medikamente gegen den Milbenbefall.

Wichtig: Aber egal, womit Sie Ihr Meerschweinchen einsprühen, einschmieren oder baden, Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie mit GIFT hantieren. Eine Milbenbehandlung sollte also nur nach vorheriger ärztlicher Diagnose erfolgen. Eine prophylaktische Behandlung ist hier nicht möglich.

Hitzschlag

Symtome: Das Tier atmet beschleunigt und der Körper fühlt sich heiß an. Im schlimmsten Fall hechelt es oder ist bereits bewusstlos.
Ursache:
Wenn das Meerschweinchen ungeschützt der prallen Sonne ausgesetzt ist.
Behandlungsmethode:
Das Tier muss sofort in einen kühlen Raum gebracht werden und das Fell muss befeuchtet werden ( z.B. in ein feuchtes Handtuch einwickeln) - nicht kalt abwaschen! Dem Tier kühle Luft zufächeln um das Verdunsten der Feuchtigkeit zu beschleunigen. Die Körpertemperatur alle 15 Minuten kontrollieren. Nicht erschrecken, anfangs kann sie auf über 40° C ansteigen. Weiter abwarten und gegebenenfalls einen Tierarzt aufsuchen, wenn sich das Tier nicht recht schnell vollständig erholt.

Unterkühlung

Symtome: Das Meerschweinchen zittert am ganzen Leib, es ist kalt und sehr angespannt.
Ursache: Eine Unterkühlung betrifft eigentlich nur die Tiere, die draußen gehalten werden oder die am Abend zuvor vergessen wurden, aus dem Freilaufgehege ins Haus geholt zu werden.
Behandlungsmethode: Das Meerschweinchen muss in einen warmen Raum gebracht werden; es in eine Decke oder ein Handtuch einwickeln und langsam aufwärmen lassen.
Nicht direkt auf eine Heizung, ein Heizkissen, oder unter eine Wärmelampe legen, das könnte den Kreislauf zu sehr belasten. Eine langsame aber stetige Erwärmung des Körpers ist zu empfehlen.